Ernährung Kombucha

Kombucha: So gesund ist der Teepilz wirklich

Kombucha: Auf den quallenartigen „Pilz“ bin ich vor ungefähr drei Jahren das erste Mal gestoßen. Ein Pilz der schwarzen Tee fermentiert und ihn dadurch extrem gesund und probiotisch anreichert? Ich war fasziniert. Das musste ich ausprobieren.

Aber ganz kurz von vorn:

Was ist Kombucha eigentlich? Und wer ist Scoby?

Kombucha (ausgesprochen: „Kombuhtscha“) ist ein Gärgetränk. Es wird durch die Fermentation von gesüßtem Grün- und Schwarztee mit dem sogenannten Kombucha Pilz (Scoby) hergestellt. Kombucha soll alle möglichen Krankheiten heilen, das Immunsystem stärken, die Darmflora aufbauen und beispielsweise den Stoffwechsel anregen. Die Liste der gesundheitsfördernden Eigenschaften ist unendlich und unzählige Quellen berichten vom sogenannten „Wunderpilz“.

Kombucha ist natürlich kein Zaubermittel und viele klinische Studien habe ich nicht dazu gefunden. Da ich aber eine zweijährige Studie an mir selbst durchgeführt habe, kann ich euch jetzt mit dem besten Gewissen vom Kombucha-Gebräu berichten!

Wie entsteht Kombucha?

Kombucha entsteht durch eine Einheit von Hefen und Bakterien, die Zucker im Tee zu Kohlendioxid und geringen Mengen an Alkohol vergären. Die im Pilz vorhandenen Mikroorganismen wandeln den Alkohol wiederum in Glucuron-, Glucon-Essig- und Milchsäure um und produzieren dabei zahlreiche Vitamine.

Rein botanisch gesehen handelt es sich beim Scoby also nicht um einen Pilz, sondern um eine ”Symbiose” von Hefearten und guten Bakterien.

Inhaltsstoffe?

Je nach Zubereitungsart können die Inhaltsstoffe des Kombuchas  variieren. Nachgewiesene Inhaltsstoffe sind zum Beispiel folgende:

Spurenelemente und Mineralstoffe:

Eisen, Magnesium, Natrium, Kalium, Kalzium, Kupfer, Zink, Mangan, Kobalt und Spurenelemente.

Vitamine:

Vitamin B1, B2, B3, B6, B12, Vitamin C, D, E, K

Bakterien- und Hefestämme (für die Freaks unter euch)

Acetobacter xylinum, Acetobacter xylinoides, Gluconoacetobacter, Gluconobacter oxydans, Saccharomyces ludwigii, Saccharomyces apiculatus, Saccharomyces cerevisiae (Backhefe)

Oder einfacher gesagt: viele gute Probiotika die super gut die Darmflora unterstützen.

Hinzu kommen auch viele wertvolle organische Säuren, wie rechtsdrehende (L+) Milchsäure, Essigsäure und Folsäure.

Vor allem B-Vitamine und Vitamin C soll Kombucha in großen Mengen enthalten und eine Reihe von 14 verschiedene Aminosäuren, lebenswichtige Enzyme, Gerbstoffe, Fermente und antibiotische Stoffe.

Ist Kombucha vegan?

Diese Frage hat mir meine liebe Freundin Anina gestellt (sie lebt 100 % vegan), als ich ihr in Zürich einen kleinen Kombucha als Geschenk mit gebracht habe.

Wenn ihr euch vegan ernährt, kann ich euch beruhigen: Ja, Kombucha ist vegan!

Die enthaltenen Milchsäurebakterien haben nichts mit Milch zu tun und kommen fast überall natürlich vor (als gute Bakterien letztendlich auch im menschlichen Darm).

Hefen werden für Sauerteig verwendet und fermentiertes Gemüse wie Sauerkraut und saure Gurken entsteht durch zahlreiche Milchsäurebakterien.

Kombucha Brauen

Ist Kombucha gut für die Verdauung?

Ihr ahnt es wahrscheinlich schon…jap, Kombucha ist ein absoluter Alleskönner, wenn es um die gesunde Verdauung beziehungsweise einen gesunden Darm geht. Zurückzuführen ist das natürlich auf die wertvollen Inhaltsstoffe und probiotischen Eigenschaften.

Aus meinen unzähligen Selbstexperimenten und meiner großen Liebe auf den zweiten Blick kann ich die Wirkung auch zu 99,9 % bestätigen. Ich war anfangs ebenfalls skeptisch und habe mich gefragt, ob das Getränk bei mir nicht sogar Komplikationen – also Unverträglichkeiten, Magenschmerzen etc. –hervorrufen könnte. Hier auch ein kleines Appell an alle mit einem empfindlichen Bauch: tastet euch langsam heran. Wir sind alle einzigartig und deshalb kann ich hier keine allgemein gültigen Aussagen treffen.

Am besten startet ihr eine Testphase von ein bis zwei Wochen. Haltet die Kombucha Konzentration anfangs geringer, zaubert euch verdünnte Limonaden und schaut einfach mal.

Schreibt mir gerne, falls ihr auch eine „Kombucha- Experience“ startet und welche Erfahrungen ihr mit dem Getränk macht/gemacht habt!

Ist das überhaupt lecker? Meine Erfahrungen

Meine erste Frage eigentlich, als ich den Kombucha das erste Mal sah. Nun ja. 

Wie ihr wisst war es nicht die Liebe auf den ersten Blick, sondern es waren die inneren Werte, die mich fasziniert haben: Kombucha herstellen will gelernt sein und mein erster schmeckte super eklig – so wie purer Apfelessig. Das hat gebrannt im Hals und Magen und gerade der Geruch – gewöhnungsbedürftig. Also experimentierte ich weiter, verkürzte oder verlängerte die Fermentation und variierte die Teesorten. Dabei war ich eine ganze Weile noch unzufrieden, denn wenn man puren Kombucha mit dem Carpediem vom dm vergleicht, ist das echt ein geschmacklicher Unterschied.

Interessant ist aber vielleicht zu wissen, dass industriell hergestellter Kombucha pasteurisiert wird und dadurch seine probiotischen Eigenschaften verliert (siehe Quellen unten). Dann handelt es sich wirklich nur noch um ein Trendgetränk und hat keinen gesundheitlichen Nutzen für euch!

Tipp

Achtet deshalb beim Kauf von Kombucha darauf, dass deutlich lebendig, unbehandelt oder raw drauf steht ( Fairment und ManuTeeFaktur verkaufen probiotischen Kombucha und die findet ihr zum Beispiel im Kühlregal der Bio Company).

Kleiner Fun Fact zwischendurch: wusstet ihr, dass ursprünglich Red Bull hinter der Marke Carpediem gesteckt hat?

Aber zurück zum Thema:

Nach einigen Wochen des Experimentierens hab ich es tatsächlich geschafft und eine unglaublich leckere Kombucha-Limonade mit Erdbeeren und Ingwer hergestellt (ohne zusätzlich Zucker hinzufügen zu müssen!!).

Kombucha Brauen

Selbst Kombucha brauen?

Wenn ihr euch noch gar nicht mit dem Kombucha-Brauen auseinandergesetzt habt, ist ein bisschen Übung notwendig. Aber da kommt ihr wirklich schnell rein. Gerade bei der Weiterverarbeitung und Fermentierung von Früchten, Kräutern, zusätzlichem Tee und auch mal Ahorn- Yacon- oder Dattelsirup, sind eurer Fantasie dann keine Grenzen mehr gesetzt. Das Getränk lässt sich super aufpeppen und in den normalen Alltag integrieren.

Auch sehr leckere Kombis sind zum Beispiel Pfirsich-Maracuja, Minze-Lemon oder Kirsche-Melone (die Rezepte kommen so schnell es geht auch hier auf den Blog).

Ich liebe Kombucha auf jeden Fall sehr (auch pur – ist tatsächlich reine Gewöhnungssache) und trinke ihn gerne morgens auf Grünteebasis anstelle von Kaffee – das ist der perfekte Muntermacher! Besonders im Sommer.

Wie ihr Kombucha selber machen könnte und wo ihr euch einen Scoby kaufen könnt erfahrt ihr hier:

Kombucha brauen Anleitung

hier geht‘ zum Video

Quellen

https://www.der-querschnitt.de/archive/13501  http://www.wellness-drinks.de/de/kombucha_wirkung_inhaltsstoffe.html

http://www.kombucha-tee.net/wirkstoff-und-wirkung.html

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/kennzeichnung-und-inhaltsstoffe/kombucha-13938
(„industriell hergestellter Kombucha wird aus Gründen der Haltbarkeit pasteurisiert. Dies tötet die
Mikroorganismen im Gärgetränk ab – sie werden unwirksam. Wer auf zusätzliche Wirkungen hofft, sollte nur
Produkte mit lebenden Kulturen kaufen.“)

Kombucha für die Gesundheit; Ein Blick in die Literatur – © Günther W. Frank

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