Darmgesundheit gesunde Ernährung im Test Kombucha

Kombucha: So gesund ist der Teepilz wirklich

Kombucha: So gesund ist der Teepliz wirklich

Auf den quallenartigen „Pilz“ bin ich 2014 das erste Mal gestoßen. Ein Scoby, der schwarzen Tee fermentiert und ihn dadurch extrem gesund und probiotisch anreichert? Ich war fasziniert. Das musste ich ausprobieren.

Aber ganz kurz von vorn:

Was ist Kombucha? Und was ein Scoby?

Kombucha (ausgesprochen: „Kombuhtscha“) ist ein Gärgetränk. Es wird durch die Fermentation von gesüßtem Grün- und Schwarztee mit dem sogenannten Kombucha Pilz (Scoby) hergestellt. Kombucha soll alle möglichen Krankheiten heilen, das Immunsystem stärken, die Darmflora aufbauen und beispielsweise den Stoffwechsel anregen. Die Liste der gesundheitsfördernden Eigenschaften ist unendlich und unzählige Quellen berichten vom sogenannten „Wunderpilz“.

Kombucha ist natürlich kein Zaubermittel und viele klinische Studien sind nicht repräsentativ. Da ich aber eine dreijährige Studie an mir selbst durchgeführt habe, kann ich euch jetzt mit dem besten Gewissen vom Kombucha-Gebräu berichten!

Wie entsteht Kombucha?

Kombucha entsteht durch eine Einheit von Hefen und Bakterien, die Zucker im Tee zu Kohlendioxid und geringen Mengen an Alkohol vergären. Die im Pilz vorhandenen Mikroorganismen wandeln den Alkohol wiederum in Glucuron-, Glucon-Essig- und Milchsäure um und produzieren dabei zahlreiche Vitamine.

Rein botanisch gesehen handelt es sich beim Scoby nicht um einen Pilz, sondern um eine ,,Symbiose“ von Hefearten und guten Bakterien.

hausmittel für eine gesunde darmflora

Welche Inhaltsstoffe hat Kombucha?

Je nach Zubereitungsart können die Inhaltsstoffe des Kombuchas  variieren. Nachgewiesene Inhaltsstoffe sind zum Beispiel folgende:

Spurenelemente und Mineralstoffe:

  • Eisen
  • Magnesium
  • Natrium
  • Kalium
  • Kalzium
  • Kupfer
  • Zink
  • Mangan
  • Kobalt und Spurenelemente

Vitamine:

  • Vitamin B1, B2, B3, B6, B12
  • Vitamin C, D, E, K

Bakterien- und Hefestämme (Auswahl)

  • Acetobacter xylinum
  • Acetobacter xylinoides
  • Gluconoacetobacter
  • Gluconobacter oxydans
  • Saccharomyces ludwigii
  • Saccharomyces apiculatus
  • Saccharomyces cerevisiae (Backhefe)

Oder einfacher gesagt: Viele gute Probiotika die eine gesunde Darmflora fördern.

Hinzu kommen auch zahlreiche wertvolle organische Säuren, wie zum Beispiel rechtsdrehende (L+) Milchsäure, Essigsäure und Folsäure.

Vor allem B-Vitamine und Vitamin C soll Kombucha in großen Mengen enthalten und eine Reihe von 14 verschiedene Aminosäuren. Außerdem lebenswichtige Enzyme, Gerbstoffe, Fermente und antibiotische Stoffe.

Ist Kombucha vegan?

Wenn ihr euch vegan ernährt, kann ich euch beruhigen: Ja, Kombucha ist vegan!

Die enthaltenen Milchsäurebakterien haben nichts mit Milch zu tun und kommen fast überall natürlich vor (als gute Bakterien letztendlich auch im menschlichen Darm).

Hefen werden für Sauerteig verwendet und fermentiertes Gemüse wie Sauerkraut und saure Gurken entsteht durch zahlreiche Milchsäurebakterien.

Kombucha Brauen

Ist Kombucha gut für die Verdauung?

Kombucha ist ein absoluter Alleskönner, wenn es um die gesunde Verdauung beziehungsweise einen gesunden Darm geht. Zurückzuführen ist das auf die wertvollen Inhaltsstoffe und probiotischen Eigenschaften.

Aus meinen unzähligen Selbstexperimenten und meiner großen Liebe auf den zweiten Blick, kann ich die Wirkung auch zu 99,9 % bestätigen. Ich war anfangs ebenfalls skeptisch und habe mich gefragt, ob das Getränk bei mir nicht sogar Komplikationen – also Unverträglichkeiten, Magenschmerzen etc. –hervorrufen könnte. Hier auch ein kleines Appell an alle mit einem empfindlichen Bauch: tastet euch langsam heran. Jeder Körper ist anders, deshalb kann ich hier keine allgemein gültigen Aussagen treffen.

Am besten startet ihr eine Testphase von ein bis zwei Wochen. Haltet die Kombucha Konzentration anfangs geringer, zaubert euch verdünnte Limonaden und schaut einfach mal.

Ist Kombucha überhaupt lecker? Meine Erfahrungen

hausmittel für gesunde Darmflora

Meine erste Frage eigentlich, als ich den Kombucha das erste Mal sah: Wie schmeckt der eigentlich und ist das lecker? Definitiv ja! Aber nur wenn man weiß, wie man Kombucha lecker zubereitet.

Kombucha herstellen braucht etwas Übung, Geduld und Leidenschaft! Die Herstellung ist relativ aufwändig, aber die Benefits dafür enorm und es so viel günstiger, als ihn sich fertig zu kaufen. Ich finde ein gesunder Darm und flacher Bauch ist die Arbeit sowas von Wert.

Mein erster selbstgemachter Kombucha schmeckte nicht gut – nur wie purer Apfelessig. Das hat gebrannt im Hals und Magen und gerade der Geruch – sehr gewöhnungsbedürftig. Also experimentierte ich weiter, verkürzte oder verlängerte die Fermentation und variierte die Teesorten. Dabei war ich eine ganze Weile noch unzufrieden, denn wenn man puren Kombucha mit dem Carpediem vom dm vergleicht, ist das echt ein geschmacklicher Unterschied.

Wichtig zu wissen ist aber, dass industriell hergestellter Kombucha wie der von Carpediem pasteurisiert wird und dadurch seine probiotischen Eigenschaften verliert (siehe Quellen unten). Dann handelt es sich wirklich nur noch um ein Trendgetränk und hat keinen gesundheitlichen Nutzen für euch!

Tipp

Achtet deshalb beim Kauf von Kombucha darauf, dass deutlich lebendig, unbehandelt oder raw drauf steht ( Fairment und ManuTeeFaktur verkaufen probiotischen Kombucha und die findet ihr zum Beispiel im Kühlregal der Bio Company).

Kleiner Fun Fact zwischendurch: wusstet ihr, dass ursprünglich Red Bull hinter der Marke Carpediem gesteckt hat?

Aber zurück zum Thema:

Nach einigen Wochen des Experimentierens hab ich es tatsächlich geschafft und eine unglaublich leckere Kombucha-Limonade mit Erdbeeren und Ingwer hergestellt (ohne zusätzlich Zucker hinzufügen zu müssen!!). Auf Instagram findet ihr im Highlight Kombucha auch eine Anleitung, wie ihr mit Kombucha leckere Limonaden herstellt, die natürliche Kohlensäue enthalten und damit besonders erfrischend werden.

 

Kombucha Brauen

Selbst Kombucha brauen?

Wenn ihr euch noch gar nicht mit dem Kombucha-Brauen auseinandergesetzt habt, ist ein bisschen Übung notwendig. Aber da kommt ihr wirklich schnell rein. Gerade bei der Weiterverarbeitung und Fermentierung von Früchten, Kräutern, zusätzlichem Tee und auch mal Ahorn- Yacon- oder Dattelsirup, sind eurer Fantasie dann keine Grenzen mehr gesetzt. Das Getränk lässt sich super aufpeppen und in den normalen Alltag integrieren.

Auch sehr leckere Kombis sind zum Beispiel Pfirsich-Maracuja, Minze-Lemon oder Kirsche-Melone (die Rezepte kommen so schnell es geht auch hier auf den Blog).

Ich liebe Kombucha auf jeden Fall sehr (auch pur – ist tatsächlich reine Gewöhnungssache) und trinke ihn gerne morgens auf Grünteebasis anstelle von Kaffee – das ist der perfekte Muntermacher! Besonders im Sommer.

Wie ihr Kombucha selber machen könnte und wo ihr euch einen Scoby kaufen könnt erfahrt ihr hier:

Kombucha brauen Anleitung

hier geht‘ zum Video

 

 

 

Quellen

https://www.der-querschnitt.de/archive/13501  http://www.wellness-drinks.de/de/kombucha_wirkung_inhaltsstoffe.html

http://www.kombucha-tee.net/wirkstoff-und-wirkung.html

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/kennzeichnung-und-inhaltsstoffe/kombucha-13938
(„industriell hergestellter Kombucha wird aus Gründen der Haltbarkeit pasteurisiert. Dies tötet die
Mikroorganismen im Gärgetränk ab – sie werden unwirksam. Wer auf zusätzliche Wirkungen hofft, sollte nur
Produkte mit lebenden Kulturen kaufen.“)

Kombucha für die Gesundheit; Ein Blick in die Literatur – © Günther W. Frank

You Might Also Like

12 Comments

  • Reply
    Kombucha herstellen – Schritt für Schritt Anleitung – ANNA & APPLES
    31. März 2018 at 9:04

    […] Genaue Informationen rund um den Kombucha und seine gesundheitsfördernden Eigenschaften findest du in diesem Blogartikel: Kombucha selber machen […]

  • Reply
    Hello Spring! Prickelnder Erdbeer Ingwer Kombucha | Anna and Apples
    18. Juni 2018 at 20:15

    […] Falls ihr noch nicht wisst was Kombucha ist: das erkläre ich euch im Blogbeitrag Kombucha brauen | Nicht von dieser Welt. […]

  • Reply
    Hello Spring! Prickelnder Erdbeer Ingwer Kombucha | Anna & Apples | annaandapples.de
    2. Juli 2018 at 14:05

    […] Falls ihr noch nicht wisst was Kombucha ist: das erkläre ich euch im Blogbeitrag Kombucha brauen | Nicht von dieser Welt. […]

  • Reply
    Resistente Stärke: Darum ist kalter Reis so gut für die Verdauung | Anna & Apples | annaandapples.de
    10. April 2019 at 15:58

    […] Denn Probiotika sind die guten Bakterien selbst, die über die Nahrung (zum Beispiel mit Kombucha) oder Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen werden können, um den Darm zu […]

  • Reply
    Kombucha Tee herstellen – Schritt für Schritt Anleitung | Anna & Apples | annaandapples.de
    22. Mai 2019 at 16:37

    […] Alles rund um den Kombucha, über Inhalstoffe und gesundheitsfördernde Eigenschaften findest du in diesem Blogartikel: Kombucha: So gesund ist der teepilz wirklich […]

  • Reply
    Gesunde Darmflora: 5 wirksame Hausmittel für einen glücklichen Bauch | Anna & Apples | annaandapples.de
    10. Juni 2019 at 9:28

    […] In diesen Artikeln erfahrt ihr deshalb ausführlich: Wie ihr Kombucha selbst herstellt, wie ihr ihn zu leckeren Limonaden aufpeppt und warum der Teepilz so gesund ist! […]

  • Reply
    Rümelin, Bärbel
    3. November 2019 at 12:05

    Hallo, ich habe den Teepilz schon lange im Einsatz und meiner Gesundheit bekommt er sehr gut. Meine Frage: Was mache ich mit dem Pilz wenn ich längere Zeit verreist bin und ihn in dieser Zeit nicht „füttern“ kann? Meinen Milchkefir friere ich erfolgreich ein, aber den Teepilz??

    • Reply
      Adelinde-Johanna
      27. November 2019 at 19:56

      Liebe Bärbel, der Kombucha Teelpilz kann eine sehr lange Zeit ohne füttern überleben. Du bekommst dann nur sehr sauren Kombucha, wenn du ihn eins,zwei Monate nicht anrührst. Das ist dann Essig. Fertige Kombucha Getränke werden durch den Fermentationsprozess ebenfalls konserviert und halten sich im Kühlschrank sehr gut. Ich selbst habe meinen Kombucha noch nie eingefroren, weiß aber, dass das funktionieren soll. Drei Monate habe ich meinen Kombucha aber schon einmal stehen lassen und es lassen sich damit immer noch leckere Getränke brauen.

      Alles Liebe
      Adelinde

  • Reply
    sind Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll? Meine Erfahrungen | Anna & Apples | annaandapples.de
    24. November 2019 at 17:07

    […] sind fermentierte Lebensmittel. Von Joghurt und Sauerkraut über Tempeh, Natto, Kimchi bis hin zu Kombucha. Fermentierte Lebensmittel sollten auf jedem gesunden Speiseplan stehen. Zeigt sich damit keine […]

  • Reply
    20 gesunde Gewohnheiten für das neue Jahrzehnt | Anna & Apples | annaandapples.de
    1. Januar 2020 at 18:03

    […] und Enzyme. Folgende Lebensmittel dürfen reichlich in deinen Alltag integriert werden: 1. Kombucha 2. fermentiertes Gemüse wie Sauerkraut, Kimchi und Co 3. (pflanzlicher) Joghurt 4. Tempeh […]

  • Reply
    mariazellner
    2. Januar 2020 at 1:17

    ich verwende halb Grüntee und halb Rotbuschtee. Nach der Abfüllung in Flaschen mit Schnappverschluss lasse ich ihn noch ein paar Wochen stehen, damit sich Kohlensäure entwickelt. So schmeckt Kombucha superlecker.

    • Reply
      Adelinde-Johanna
      2. Januar 2020 at 11:32

      Statt Schwarztee mit Rotbuschtee zu arbeiten, klingt auch fantastisch! Das werde ich mal testen. Ihn nach der Abfüllung noch ruhen zu lassen, mache ich ebenfalls 🙂
      Liebe Grüße

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: